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Rund um Rüdesheim
Zur Stadt Rüdesheim am Rhein gehören neben der Kernstadt die Stadtteile Assmannshausen, Aulhausen, Eibingen und Presberg; zusammen haben sie 9.874 Einwohner (Stand 31.12.2025).1 Assmannshausen, Aulhausen und Presberg waren selbstständige Gemeinden und kamen 1977 mit der Gebietsreform dazu.2 Jeder Stadtteil hat seinen eigenen Charakter: Rotwein und Rheinschifffahrt in Assmannshausen, Hildegard von Bingen in Eibingen, Wald und Wanderwege in Aulhausen und Presberg.
Welterbe Oberes Mittelrheintal
Seit 2002 ist das Obere Mittelrheintal UNESCO-Welterbe: eine Kulturlandschaft über mehr als 65 Flusskilometer von Bingen und Rüdesheim bis Koblenz.3 Rüdesheim liegt damit am südlichen Eingang des Welterbes; Assmannshausen beschreibt die Stadt als Ort „am Eingang zum Mittelrheintal“.4
Assmannshausen
Assmannshausen wurde 1108 bei einer Weinbergsschenkung erstmals urkundlich erwähnt und ist damit kaum jünger als Rüdesheim. Bekannt ist der Ort für seine Rotweine aus Spätburgunder-Trauben.4
Die Weinberge, tief in die Berge eingeschnitten, gehörten zu einem großen Teil dem Mainzer St. Victors-Stift; nach der Säkularisation kamen sie an die Staatsdomäne, heute bewirtschaftet sie das Hessische Staatsweingut. Dichter wie Emanuel Geibel und Ferdinand Freiligrath kamen oft hierher und machten den Ort mit ihren Versen zum Reiseziel.4
- Bergbau und Heilquelle: Im Mittelalter wurde hier eine Zeit lang Silber abgebaut. Eine warme Quelle am Rhein löste im 19. Jahrhundert einen lebhaften Kurbetrieb aus, „Bad Assmannshausen“.4
- Die Halfen: Über Jahrhunderte zogen die „Halfen“ mit ihren Pferden die Rheinschiffe stromaufwärts durch das Binger Loch. Vor etwa hundert Jahren übernahmen Vorspannboote diese Arbeit.4
- Heute: Hotels und Weinstuben, Ausflugsschiffe und eine Sesselbahn zum Niederwald4; die Sesselbahn ist derzeit wegen eines Defekts geschlossen (Stand 17.10.2026).5
Eibingen und die Abtei St. Hildegard
Das Winzerdorf Eibingen oberhalb von Rüdesheim ist mehr als tausend Jahre alt. Seine Geschichte ist eng mit Hildegard von Bingen verbunden: Sie gründete hier 1165 ein Kloster.6
Auf den Grundmauern dieses Klosters steht die katholische Pfarrkirche, in der Hildegards Reliquien in einem Schrein aufbewahrt werden. Das Ortsbild beherrscht die Benediktinerinnen-Abtei St. Hildegard, Anfang des 20. Jahrhunderts neu errichtet. In Eibingen gibt es Gasthöfe, Gutsschänken und Straußwirtschaften.6 Schon 1525 beteiligten sich Rüdesheimer und Eibinger am Bauernkrieg.2
Aulhausen
Aulhausen liegt in einem schluchtartigen Seitental des Niederwalds, umgeben vom Naturpark Rhein-Taunus.7 Markierte Wanderwege führen durch Weinberge, Wiesen und Wälder, mit Ausblicken auf das Rheintal; in der Nähe gibt es Ponyreiten und Kutschfahrten.7 Die Große Rüdesheimer Runde verbindet Aulhausen mit Rüdesheim, Assmannshausen und dem Niederwalddenkmal: Ausflugsziele.
Presberg
Presberg liegt auf einem 450 Meter hohen Plateau, rund zwölf Kilometer von Rüdesheim entfernt, mit weitem Blick über Taunus und Hunsrück.8 Der Höhenort ist ein Ziel für Wanderer: Zahlreiche markierte Wege führen durch die Täler ringsum, im Winter locken gespurte Langlaufloipen.8
Die Kernstadt wächst
Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden in der Kernstadt neue Wohngebiete: 1953 die Siedlung Windeck, 1970 die Siedlung Trift und 1977 Rüdesheim-Ost.2 Wie aus dem Weinort am Rhein eine Stadt wurde, erzählt die Geschichte Rüdesheims.
Ausflüge über die Stadtgrenzen hinaus – Bingen und der Mäuseturm, Burg Ehrenfels, Burg Rheinfels in St. Goar, Rheinsteig und Radwege: Ausflugsziele. Einkehren und übernachten in Assmannshausen und Eibingen: Essen und Trinken, Unterkünfte.